Farben des Bolonka

Die Inhalte dieser Seite wurden vom Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V. zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns herzlich für die freundliche Unterstützung!

Einführung

Der Bolonka ist eine Hunderasse, die sich durch ihren Farbenreichtum auszeichnet. Die Vielzahl an Fellfarben wird unterschiedlichen Genen zugeordnet. Gene stehen immer zu zweit (paarweise) auf den Chromosomen und zwar an bestimmten Orten , den Genloci (Einzahl: ein Genlocus). Gene haben oft verschiedene Merkmale, die Allele. Diese erlauben viele Variationen in Fellfarbe und Zeichnung. Jedes Farbgen hat mindestens zwei Allele (Merkmale), diese Merkmalsgruppen nennt man Serie.

Für neun Gen-Serien gibt es inzwischen gesicherte Erkenntnisse darüber, wie sie die Fellfarbe und -zeichnung beeinflussen. Im Folgenden sind die Serien, die für den Bolonka eine Bedeutung haben, aufgeführt:

Die Allele der jeweiligen Serie werden in Reihenfolge ihrer Dominanz aufgelistet, von dominant zu rezessiv.

Die A-Serie

Die A-Serie bestimmt, ob ein Hund, schwarz, zobelfarben, oder black und tan ist. (5 Allele)
A – dominantes schwarz
ay – dominantes tan (lohfarben)
ag – wildfarben (Aguti)
as – bicolor mit Mantelzeichnung (black and tan) Bsp: Schäferhund
at – bicolor mit Abzeichen (black und tan) Bsp. Dobermann

Dies ist die Gruppe “schwarz”.

Welpen dieser Gruppe werden alle schwarz geboren! Sie besitzen schwarzes Pigment.

Schwarz
  • tiefes Lackschwarz
  • kein Rot- oder Braunschimmer im Fell
  • Lackschwarz hellt nicht auf
Anthrazit
  • Die Welpen werden schwarz geboren und können evtl. einen rotbraunen Schimmer im Fell aufweisen.
  • Das Fell wird erst mit ca. eineinhalb Jahren dunkelgrau.
  • Oft ist in der Zwischenfarbe ein schmutzig wirkendes Braun enthalten, bis der erwachsene Hund dann dunkel stahlgrau ist.
Silber
  • Die Welpen werden schwarz geboren, hellen aber mit 4 bis 6 Wochen bereits auf.
  • Mit zunehmendem Alter hellt das Fell zu einem Silberton auf, der von hellem Silber bis zu recht dunklem Grau variieren kann.


Welpe schwarz

Junghund schwarz

Rüde lackschwarz


der Welpe hellt schon um Nase und Augen zu Silber auf

links schwarz, rechts silbergrau (Mutter und Tochter)

von links nach rechts silbergrau, anthrazit, schwarz

Dies ist die Gruppe “zobel” und “black and tan”.

Alle zobelfarbenen Welpen werden dunkel (manche fast vollständig schwarz) geboren und hellen bis zum Erwachsenenalter immer weiter auf. Im Lauf des Wachstums werden in jedes einzelne Haar immer wieder hellere Pigmente eingelagert. Die Haarspitzen sind bei der Geburt immer schwarz und wachsen bei manchen Hunden vollständig aus, bei anderen bleiben sie immer dunkel. Bei den Farben wildzobel und schwarzzobel erscheint das Haarkleid in der Rückenregion oft ein wenig dunkler und wird zum Bauch hin heller. Ein zobelfarbener Bolonka kann je nach Alter immer wieder verschieden aussehen. Bei allen drei Zobelarten bleibt das Fell der Ohren und an der Rute dunkel.
Bei der Geburt sind die tan-farbenen Abzeichen klein und vergrößern sich mit zunehmendem Alter der Welpen bis zu ihrer endgültigen Ausdehnung.
Das Pigment ist schwarz.

Goldzobel
  • Das Fell des erwachsenen Bolonka ist sehr hell, oft creme oder beigefarben.
  • Die Fellfarbe an Ohren und Rute ist grau oder schwarz.
Wildzobel
  • ähnlich wie goldzobel, aber dunkler und intensiver in der Farbe.
  • bleibt auch später intensiver als goldzobel
Schwarzzobel
  • Das Fell ist anfangs schwarz und wächst in den ersten Wochen von unten her zobelfarben nach.
Black and tan
  • Ein Bolonka mit der Farbe “black and tan” ist schwarz mit typisch angeordneten lohfarbenen Abzeichen : die Pfoten, der untere Rutenansatz und die Augenbrauen sind immer lohfarben.
  • Das Schwarz kann intensiv bleiben oder zu grau aufhellen, das Loh kann ebenfalls intensiv bleiben oder zu creme aufhellen. In Einzelfällen tritt die „tan“ Zeichung auch in Reinweiss auf.
Saddle tan
  • “Sattelfarben” ist ein Hund, wenn er eine schwarze Decke hat und der gesamte Bereich um Bauch und Beine lohfarben ist, wie beim Deutschen Schäferhund oder dem Yorkshire-Terrier.


goldzobelfarbener Welpe

Rüde, goldzobel, erwachsen

wildzobel als Welpe (Hündin Geanny)

wildzobel aufgehellt (die Hündin ist nun ein Jahr alt)

Welpe schwarzzobel

schwarzzobel mit 4 Monaten

Welpe mit der black und tan Zeichung (die in diesem Fall sehr hell ist)

Hündin, black and tan

Die C-Serie

Die C-Serie betrifft die Produktion von Melanin. (5 Allele)

C – Farbfaktor, welcher die Bildung von Melanin erlaubt
cch – Chinchilla (black und tan wird zu black und creme)
cd – weisses Fell, schwarze Nase und dunkle Augen
cg – graues Fell mit blauen Augen
c – Albinismus mit roten Augen und Nase

Die Chinchilla- oder Albinoserie reduziert schrittweise die Bildung von Melanin.
C erlaubt die Bildung von Melanin.
cch reduziert die rote und goldene Farbe schrittweise, indem die Bildung von gelbem Pigment im Haar eingeschränkt wird. Aus goldenem oder lohfarbenem Fell wird champagner oder creme. Je nachdem, was genau für eine Farbe durch das cch verändert wird, so erscheint auch das creme kräftiger oder heller, bis hin zu einem fast weißen Farbton.
Auch die Kombination der beiden Gene C-cch führt schon zu einer geringen Aufhellung des Lohfarbtons.
Die anderen drei Allele sind verantwortlich für das Verblassen der Farben bis hin zum richtigen Albino mit roten Augen und weißem Fell.
Das Fehlen jeglichen Pigments ist mit erheblichen gesundheitlichen Problemen verbunden, u.a. Seh- und Hörfehler.

Dies ist die Gruppe der “hellen” bis “goldenen” Farben.

Diese Farben treten nur zusammen mit einem schwarzen Nasenspiegel auf.

Reinweiß
  • reines Eisweiß
  • die Farbe des Bolonka Franzuska
  • der Bolonka Zwetnas darf nicht reinweiß sein
  • beim Deutschen Bolonka ist die Farbe erlaubt
Creme
  • ein elfenbeinfarbenes, leicht gelbliches Weiß
  • Ohren und Rute sind oft eine Nuance intensiver gefärbt als der Rest des Fells
  • kein schwarz oder grau im Fell
Champagner
  • ein kräftiges Labrador-Blond
  • champagnerfarbene Felle können beim erwachsenen Bolonka blond bleiben oder zu creme aufhellen
  • kein schwarz im Fell
Apricot
  • ein warmer, beigefarbener bis aprikosenfarbener Ton, der an Bailey-Likör erinnert
  • kein schwarz oder grau im Fell
Gold
  • ein kräftiger, rotbrauner Ton
  • oft mit schwarzen Fellspitzen
  • das Fell hellt im Laufe der Zeit auf
  • behält oft einen leichten Rotstich
  • Ohren und Rute bleiben oft dunkelgrau
Rotgold
  • auch fuchsrot
  • warmer goldener Ton mit einem starken Rotstich
  • kann von einem eher orangenen Ton bis zu einem tiefen dunkeln Rotton variieren
  • kein Schwarz im Fell
  • der Farbton kann im Laufe der Zeit aufhellen, jedoch nie zu creme


Rüde, reinweiß

Junghund, creme

von links nach rechts champagner, gold (dunkel), goldzobel, schwarz (mit irischer Scheckung)

gold (hell) nach der Geburt

gold (hell) mit ca 6 Wochen

gold aufgehellt beim erwachsenen Hund


Welpe champagner

erwachsener Rüde, champagner

gold (dunkel) mit ca. 6 Wochen

gold, erwachsen

Welpe, rotgold (hell)

Rüde, rotgold (dunkel) farbintensiv

Die B-Serie

Die B-Serie bestimmt, ob ein Hund schwarz oder braun wird. (2 Allele)

B – schwarz
b – braun (schokoladenfarben, leberbraun)

Dieses Gen hat zwei Allele, genannt ‚B’ und ‚b’. Das dominante Allel B ermöglicht die Bildung von schwarzem Pigment . Das rezessive Allel b verhindert dies vollständig und ruft statt schwarz ein Schokoladenbraun hervor. Es ist keinerlei gesundheitlicher Mangel mit dieser Farbe verbunden. Ein schokoladenbrauner Hund hat beide Allele bb. Er kann einfarbig braun sein, oder braun und tan, oder auch zobel mit braunen statt schwarzen Spitzen (falb).

Dies ist die Gruppe “Braun”.

Hunde dieser Gruppe haben immer braunes Pigment, ihre Augenfarbe kann von dunkelbraun über hellbraun bis zu grün variieren.

Schokobraun
  • Die Welpen werden dunkelschokoladenbraun geboren.
  • Das Braun gibt es in verschiedenen Schattierungen.
  • brauner Nasenspiegel, braune Pigmentierung
  • Der Bolonka bleibt im Erwachsenenalter farbintensiv.
Schokobraun aufgehellt
  • Die Welpen werden schokobraun geboren und hellen als junge Erwachsene zu einer Zimtfarbe auf .
Kaffeebraun
  • Die Welpen werden schokobraun geboren, sind allerdings oft von einem helleren Nutellaton.
  • Das Aufhellen beginnt schon im Welpenalter und mit ca. 12 bis 15 Monaten ist das Fell fast cremeweiss aufgehellt.
  • Braun bleibt nur noch an Ohren und Rute.
  • brauner Nasenspiegel
  • oft grüne Augen
Falb
  • Das Fell des Welpen erinnert an gold oder goldzobel, allerdings sind die Spitzen nicht schwarz, sondern braun, der Nasenspiegel ist ebenfalls braun.
  • Karamellton
  • oft hellbraune Augen


Welpe schokobraun

Welpe schokobraun

links gold aufgehellt, rechts kaffeebraun aufgehellt

Hündin, kaffeebraun aufgehellt

links gold (hell) rechts schokobraun

Welpe mit der Farbe falb

Die D-Serie

Die D-Serie betrifft die Intensität der Farbe. (2 Allele)

D – intensive Pigmentierung
d – Verdünnung von Pigment (z.B. blaue Hunde)

Die Farbschwächungs- oder Dilutions-Serie umfasst nur zwei Allele, das dominante Gen D und das rezessive d. D erlaubt die normale Ausprägung des Pigments, wie von den anderen Farbgenen bestimmt. d verursacht eine Farbschwächung vor allem des dunklen Pigments in Haut und Haar, wirkt aber auch auf lohfarbenes Pigment ein. Die Kombination Dd verursacht schon eine leichte Farbänderung im schwarz. Eine Verwechslung von blau mit dem grau der G-Serie ist möglich, jedoch wird ein grauer Bolonka schwarz geboren und ergraut erst später. Die Nase und die Augen bleiben schwarz.

Dies ist die Gruppe der verdünnten Farben.

Dazu zählt insbesondere „blau“. (bekannt von der Deutschen Dogge oder vom Weimeraner) Diese Hund werden schon grau geboren. Ein blauer Bolonka wird silbergrau geboren. Er hat hellere Augen und blaues Pigment.

Bei Hunden mit Farbverdünnung (dilute) kann Color dilution alopecia (CDA) auftreten und führt zu Haarausfall. CDA wird auch als “Black hair follicular dysplasia” (BHFD), Farbmutantenalopezie, oder Blaues Dobermann-Syndrom bezeichnet. In schweren Fällen kann sich zusätzlich zum Haarausfall eine chronische Hautentzündung entwickeln, die tierärztlicher Behandlung bedarf. CDA tritt nur bei Hunden mit Farbverdünnung auf, aber nicht alle farbverdünnten Hunde erkranken auch an CDA. Es scheint weitere zum Teil rassespezifische genetische Faktoren zu geben, die für den Ausbruch von CDA verantwortlich sind.

Die G-Serie

Die G-Serie betrifft die fortschreitende Ergrauung. (2 Allele)
Die Tiere werden dunkel geboren und hellen mit ca. einem Jahr auf.

G – erlaubt das grau werden (Silberpudel, Irish Wolfhound..)
g – Nichtergrauen

Die S-Serie

Die S-Serien betrifft die Scheckung des Fells. (4 Allele)

S – farbig, keine weiße Scheckung
si – irische Scheckung (weiß an Fang, Stirn, Brust, Bauch und Pfoten)
sp – Weiß Scheckung
sw – extreme weiß Scheckung (z.B. Jack Russel Terrier)

Verschiedene Abzeichen beim Bolonka

Hier sehen wir die verschiedenen möglichen Abzeichen auf einen Blick. Der russische Standard wünscht sich den Bolonka Zwetna ganz ohne Abzeichen!

Extremschecke
  • das Fell ist überwiegend weiß
  • weniger als 10 % Farbanteil
Schecke
  • zweifarbiges Fell
  • mehr als 50 % Weißanteil
  • unregelmäßige Flecken einer beliebigen Farbe
Irischer Schecke
  • zweifarbiges Fell
  • überwiegend farbig
  • weißer Latz und Bauch, weiße Pfoten, weiße Schwanzspitze, oft weißer Kragen
Weiße Abzeichen
  • zweifarbiges Fell
  • fast überwiegend farbig
  • kleine weiße Abzeichen an Kinn, Brust und Pfötchen
  • einzig tolerierte Form der Abzeichen beim Bolonka Zwetna
Tri Color Classic
  • die Basis des Fells ist black and tan
  • zusätzlich weiße Abzeichen


Schecke, weiß mit gold

Schecke, weiß mit gold, ca. 5 Wochen

irische Scheckung (gold, weiße Abzeichen)

tricolour (black und tan mit weißem Latz)

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